Google Ads rollt Ende Juni 2026 einen komplett überarbeiteten All-Campaigns-Selector aus. Neue Position im Interface, hierarchische Ansicht, integrierte Suche. Wer nur wenige Kampagnen betreut, wird die Änderung kaum bemerken. Wer aber täglich in Accounts mit 50 oder 100 Kampagnen arbeitet, verteilt über mehrere Business Units, Regionen und Kampagnen-Gruppen, gewinnt operativ echte Stunden pro Woche zurück.
Das Update ist damit ein interessanter Fall: kleine UX-Änderung mit großen operativen Effekten für spezifische Nutzer-Gruppen. Und mit einem impliziten strategischen Signal: saubere Account-Struktur wird jetzt operativ belohnt, nicht mehr nur konzeptionell wertvoll. Dieser Beitrag zeigt, was sich ändert, wer profitiert und warum das Update ein guter Anlass für einen Struktur-Review ist.
Vertiefung: Kampagnen-Struktur · PMax Channel Diagnostics · Microsoft PMax Experimente
Google Ads führt einen redesigneten All-Campaigns-Selector ein: neue Position, hierarchische Kampagnen-Gruppen-Ansicht, integrierte Suche. Der Nutzen skaliert mit Account-Komplexität – kleine Accounts merken kaum was, große Accounts sparen echte Stunden pro Woche. Strategisch wichtig: die neue Hierarchie belohnt saubere Struktur. Wer Kampagnen in logische Gruppen organisiert (Region, Business Unit, Funnel-Stage) navigiert schneller. Wer flach ablegt, verliert den Vorteil. Der praktische Move: Rollout als Anlass für einen Struktur-Review nehmen. Namens-Konventionen prüfen, Kampagnen-Gruppen konsistent, maximal 3 Verschachtelungs-Ebenen. Quartalsweise Struktur-Reviews im Kalender fest verankern.
Google Ads rollt seit Ende Juni 2026 einen redesigneten All-Campaigns-Selector aus. Drei zentrale Änderungen: (1) neue Position im Interface, (2) expandierbare hierarchische Ansicht, die Kampagnen-Gruppen und verschachtelte Strukturen sichtbar macht, (3) integrierte Search-Funktion zum schnellen Auffinden von Kampagnen und Kampagnen-Gruppen. Ziel: effizientere Navigation in komplexen Account-Strukturen. Nutzen skaliert mit Größe: 3-10 Kampagnen kaum spürbar, 20-50 merklich, 50+ starke Zeitgewinne. Strategisches Signal: hierarchische Ansicht belohnt saubere Struktur mit klaren Kampagnen-Gruppen. Best-Practices für Kampagnen-Gruppen: (1) klarer Segmentierungs-Faktor pro Ebene (Region, Business Unit, Funnel-Stage), (2) konsistente Namens-Konventionen mit Prefix-System, (3) maximal 3 Verschachtelungs-Ebenen, (4) quartalsweise Struktur-Reviews. Indirekte Vorteile sauberer Struktur: bessere Onboarding-Zeit für Team, weniger Bulk-Aktions-Fehler, sauberere Reports, klarere Client-Kommunikation. Rollout gestaffelt über mehrere Wochen. Update passt in Google-Ads-Transparenz-Offensive 2026 (PMax Channel Diagnostics, Ad-Labels-Redesign, AI-Summaries-Tests).
Geprüft: 5. Juli 2026 · Nächste Prüfung: Q4 2026
Was sich konkret ändert
Die drei Kern-Änderungen im Detail
1 · Neue Position
Der Selector wurde an eine neue Stelle im Interface verschoben. Das klingt trivial, ist aber gewöhnungsbedürftig — vor allem für Teams, die täglich zwischen Kampagnen wechseln. Die ersten Tage nach dem Rollout dauern Klicks etwas länger. Nach einer Woche sitzt es. Für Teams sollte einer den Umzug intern kommunizieren, damit niemand suchen muss, warum die alte Position nicht mehr da ist.
2 · Expandierbare hierarchische Ansicht
Statt einer langen flachen Liste von Kampagnen erscheinen Kampagnen in einer hierarchischen Baum-Ansicht. Kampagnen-Gruppen können auf- und zugeklappt werden. Wer nur die DACH-Kampagnen anschauen will, klappt DACH auf und die anderen Länder zu. Das reduziert visuelles Rauschen dramatisch.
3 · Integrierte Suche
Eine Suchleiste erlaubt schnelles Auffinden einzelner Kampagnen oder Kampagnen-Gruppen per Text-Eingabe. „Brand" tippen springt zu allen Kampagnen mit „Brand" im Namen. Für Accounts mit 50+ Kampagnen ist das der eigentliche Produktivitäts-Gewinn.
Der Produktivitäts-Effekt nach Account-Größe
| Account-Größe | Spürbarer Effekt | Empfehlung |
|---|---|---|
| 3–10 Kampagnen | Gering – flache Liste war schon überblickbar | Struktur-Review als Vorbereitung auf Wachstum sinnvoll. |
| 10–25 Kampagnen | Merklich – Hierarchie reduziert Scroll-Aufwand | Erste sinnvolle Kampagnen-Gruppen bilden (Region oder Ziel). |
| 25–50 Kampagnen | Deutlich – Suche allein spart pro Sitzung Minuten | Namens-Konventionen prüfen, konsistente Gruppen etablieren. |
| 50–100 Kampagnen | Stark – mehrere Stunden pro Woche gewonnen | Struktur-Review Priorität, 3-Ebenen-Hierarchie, veraltete Kampagnen archivieren. |
| 100+ Kampagnen | Sehr stark – Suche wird zum primären Navigations-Werkzeug | Konsistente Prefix-Namen zwingend, Team-Struktur-Guidelines dokumentieren. |
Der versteckte strategische Punkt
Die neue hierarchische Ansicht belohnt saubere Struktur mit direkter operativer Erleichterung. Wer Kampagnen in klaren Gruppen organisiert, navigiert schneller. Wer alle Kampagnen flach unter einem Account ablegt, verliert genau den Vorteil, den das Redesign bringen soll. Das Update ist implizit ein Aufruf: Struktur ist jetzt operativ wertvoll, nicht mehr nur konzeptionell schön.
Über die reine Navigation hinaus profitiert der Alltag von guter Struktur an vier Stellen. Onboarding neuer Teammitglieder wird schneller – die Account-Logik ist visuell erkennbar. Bulk-Aktionen werden sicherer – man erwischt die richtige Gruppe, nicht versehentlich das falsche Set. Reporting wird sauberer – Kampagnen-Gruppen sind eigene Filter-Dimensionen in externen Tools. Client-Kommunikation wird klarer – strukturierte Accounts sind für Nicht-PPC-Beteiligte einfacher zu verstehen. Das neue UI macht diese Vorteile jetzt täglich spürbar.
Vier Best Practices für Kampagnen-Gruppen
1 · Ein Segmentierungs-Faktor pro Ebene
Nicht mischen. Wenn die oberste Ebene Region ist, dann konsequent Region — nicht mal Region, mal Business Unit, mal Zielsetzung. Die zweite Ebene kann Business Unit sein, die dritte Funnel-Stage. Aber jede Ebene bekommt genau einen Faktor.
Nicht empfohlen
DACH-Brand, France, USA-Search, Mobile-Only, Q1-Campaigns, Prospecting – vermischte Faktoren ohne erkennbares System. Navigation braucht Erklärung, neue Teammitglieder tun sich schwer.
Empfohlen
Ebene 1: Region (DACH, FR, USA). Ebene 2: Kampagnen-Typ (Search, Shopping, PMax). Ebene 3: Ziel (Brand, Generic, Competitor, Retargeting). Konsistent, selbst-erklärend.
2 · Konsistente Namens-Konventionen
Prefix-System, das die Hierarchie in jedem Kampagnen-Namen wiederholt: „DACH-Search-Brand", „DACH-Shopping-Retargeting", „FR-PMax-New". Auch wenn die Hierarchie die Struktur schon zeigt: konsistente Namen erleichtern Suche, Reporting und externe Referenzen.
3 · Maximal 3 Verschachtelungs-Ebenen
Region → Kampagnen-Typ → Ziel. Mehr wird auch mit dem neuen Selector unübersichtlich. Wenn die eigene Struktur natürlicher Weise mehr Ebenen bräuchte, ist meist die Kategorisierung selbst zu granular – bündeln, statt weiter aufteilen.
4 · Quartalsweise Struktur-Reviews
Alle drei Monate: veraltete Kampagnen archivieren, neue Gruppen bilden wenn Volumen es rechtfertigt, Namens-Konventionen prüfen, Team-Feedback einholen. Kalender-Eintrag machen. Sonst wächst über die Zeit Chaos zurück, egal wie gut die Anfangsstruktur war.
Der neue Selector löst keine strategischen Probleme. Er verändert nicht Performance, Bidding oder Automatisierung. Wer strukturelle Kampagnen-Probleme hat – falsche Bid-Strategy, unzureichende Assets in PMax, kannibalisierende Ad-Groups – wird durch die neue Navigation nicht gerettet. Das Update ist ein operatives Werkzeug, kein strategischer Hebel. Kein Grund es zu ignorieren, aber auch kein Grund es zu überschätzen.
Der Rollout und was jetzt zu tun ist
Google rollt den neuen Selector gestaffelt aus — nicht alle Accounts bekommen ihn gleichzeitig. Wer ihn schon sieht, hat ihn aktiv. Wer noch nicht: typischerweise in den kommenden Wochen. Für die praktische Vorbereitung reichen drei Schritte:
Schritt 1 · Struktur dokumentieren
Aktuelle Kampagnen-Struktur in einer Tabelle festhalten. Welche Kampagnen-Gruppen existieren, welche Kampagnen liegen wo, welche Namens-Konvention wird verwendet. Diese Dokumentation ist die Baseline für Verbesserungen.
Schritt 2 · Struktur-Review durchführen
Anhand der Best Practices oben: passt die Ebene 1 zu einem klaren Faktor? Sind Namens-Konventionen konsistent? Gibt es veraltete Kampagnen die archiviert werden können? Sind Gruppen zu tief verschachtelt? Bereinigen was einfach zu bereinigen ist.
Schritt 3 · Team-Alignment
Team einmal auf die neue Struktur und Namens-Konventionen einschwören. Guidelines dokumentieren. Wenn der Selector kommt, findet das Team seinen Weg schnell. Wenn er ohne Struktur-Vorbereitung kommt, wird die visuelle Klarheit vom Chaos der Realität überlagert.
Google Ads bewegt sich 2026 in Richtung: mehr Sichtbarkeit auf operativer Ebene, klarere Hierarchien, schnellere Navigation. PMax Channel Diagnostics, das Ad-Labels-Redesign, jetzt der neue Selector. Zusammen macht das Interface einen Sprung nach vorn – aber der Sprung wird nur von Accounts genutzt, die selbst strukturell aufgeräumt sind. Für die kommenden 12 Monate erwarten wir, dass gut strukturierte Accounts operativ 20-30% schneller arbeiten als chaotisch gewachsene. Der Vorsprung entsteht nicht aus Talent, sondern aus Disziplin: quartalsweise Reviews, konsistente Konventionen, dokumentierte Guidelines. Das ist keine glamouröse Arbeit – aber sie compoundiert Woche für Woche.
Häufig gestellte Fragen
Was hat Google am All-Campaigns-Selector geändert?
Google Ads rollt einen komplett überarbeiteten All-Campaigns-Selector aus. Drei zentrale Änderungen: Der Selector ist an eine neue Position im Interface verschoben. Kampagnen erscheinen jetzt in einer expandierbaren hierarchischen Ansicht. Eine neue Search-Funktion erlaubt schnelles Auffinden.
Für welche Accounts lohnt sich das Update wirklich?
Der spürbare Nutzen skaliert mit der Account-Komplexität. Kleine Accounts mit 3-10 Kampagnen bemerken die Änderung kaum. Accounts mit 20-50 Kampagnen sparen merklich Zeit. Accounts mit 50+ Kampagnen und mehreren Kampagnen-Gruppen bekommen die größten Produktivitätsgewinne.
Warum ist das strategisch mehr als nur eine UX-Änderung?
Weil die neue hierarchische Ansicht saubere Account-Struktur belohnt. Wer Kampagnen in klaren Gruppen organisiert, navigiert visuell schnell. Wer alle Kampagnen flach unter einem Account ablegt, verliert den Vorteil des Redesigns.
Muss ich meine Kampagnen-Struktur jetzt umbauen?
Nicht wegen des Selectors allein. Aber es lohnt sich, den Rollout als Anlass für einen Struktur-Review zu nehmen. Sind Kampagnen-Gruppen logisch und nachvollziehbar organisiert? Können neue Teammitglieder die Struktur ohne Erklärung durchsteigen?
Wie hängt der Selector mit anderen 2026-Updates zusammen?
Er passt in eine breitere Google-Ads-Transparenz-Offensive 2026. PMax Channel Diagnostics öffnete die Asset-Ebene. AI-Summaries-Tests, Redesign von Ad-Labels und jetzt der Selector öffnen die operative Ebene. Zusammen bewegt sich das Interface in Richtung mehr Sichtbarkeit.
Was sind die konkreten Best Practices für Kampagnen-Gruppen?
Vier Prinzipien haben sich bewährt: Klarer Segmentierungs-Faktor pro Ebene. Konsistente Namens-Konventionen mit Prefix-System. Maximal 3 Verschachtelungs-Ebenen. Regelmäßige Struktur-Reviews.
Wann ist das Update in meinem Account verfügbar?
Der Rollout ist gestaffelt und läuft für viele Accounts ab Ende Juni 2026. Google gibt keine exakten Termine pro Account bekannt. Wer den neuen Selector im Interface sieht, hat ihn aktiv. Wer ihn noch nicht sieht, erhält ihn typischerweise in den folgenden Wochen.
Welche indirekten Vorteile bringt saubere Struktur?
Vier Vorteile über Navigation hinaus: Bessere Onboarding-Zeit für neue Teammitglieder. Weniger Fehler bei Bulk-Aktionen. Sauberere Reporting-Views. Klarere Client-Kommunikation.
Fazit: Kleines Update, guter Anlass
Der neue Selector allein ist kein Game Changer. Als operatives Werkzeug ist er aber eine spürbare Verbesserung für alle, die mit größeren Accounts arbeiten. Und er ist ein perfekter Anlass, die eigene Kampagnen-Struktur einmal ordentlich zu reviewen. Denn wer jetzt aufräumt, gewinnt zwei Mal: einmal durch das neue UI, einmal durch die strukturellen Nebeneffekte, die klare Organisation im Alltag bringt.
Der praktische Move für die kommenden Wochen: Struktur dokumentieren, Best Practices prüfen, Team-Alignment. Wenn der Rollout im eigenen Account ankommt, ist alles vorbereitet. Und die 20-30% Produktivitäts-Vorteil, die gut strukturierte Accounts über schlecht strukturierte holen, compoundieren Woche für Woche. Das ist der eigentliche langfristige Wert dieses unscheinbaren Updates.

Über die Autorin
Sophie
SEO-Strategin bei YellowFrog – Schwerpunkte: Google-Ads-Account-Struktur, Namens-Konventionen, Team-Guidelines, PPC-Workflow-Optimierung. Begleitet Advertiser beim strukturellen Aufbau skalierbarer Kampagnen-Organisation.
Fachlich geprüft von Elena – Head of SEO
Quellen
- Google Ads Hilfe – Account-Struktur
- Google Ads Kampagnen-Dokumentation
- YellowFrog-Praxisanalysen 2024–2026.
Allgemeine Information zum Google-Ads-Interface-Update. Feature-Verfügbarkeit erfolgt gestaffelt und kann je Account variieren. Konkrete Produktivitäts-Gewinne hängen von Account-Größe, Team-Größe und aktuellen Workflows ab. Keine Rechts- oder Kampagnen-Beratung im Einzelfall. Stand: Juli 2026.
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