In Performance-Max-Kampagnen sind lokale Produktanzeigen automatisch ausspielbar – es sei denn, die Produktgruppen sind auf reine Onlinekanäle gefiltert oder die Produkte sind nur online verfügbar. Das steht so in der Google-Ads-Hilfe und ist kein neues Verhalten, sondern die dokumentierte Funktionsweise. Für Händler mit Filialen bedeutet es: Lokale Sichtbarkeit entsteht dort, ohne dass sie jemand aktiv einschaltet – und sie fehlt, ohne dass es jemand bemerkt, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
Parallel dazu kursiert die Aussage, Google ändere das Standardverhalten für lokale Anzeigen. Daran ist etwas dran, aber die Informationslage ist heikel: Die Änderung wurde per Kontobenachrichtigung kommuniziert und nicht öffentlich dokumentiert. Dieser Text trennt beides sauber, nennt die belegten Voraussetzungen samt einer DACH-Besonderheit und beschreibt, was in Bestandskampagnen tatsächlich zu prüfen ist.
Lokale Produktanzeigen und kostenlose lokale Einträge sind im Merchant Center ein gemeinsames Add-on, das pro Zielland aktiviert wird. In Performance Max sind lokale Anzeigen laut Google-Ads-Hilfe automatisch ausspielbar, sofern die Produktgruppen nicht auf Onlinekanäle gefiltert sind; einen separaten Schalter gibt es dort nicht. In Standard-Shopping-Kampagnen existiert dagegen die Einstellung „Local products“, die laut offizieller Hilfe standardmäßig deaktiviert ist. Erforderlich sind ein Merchant-Center-Konto mit aktiviertem Add-on, verknüpfte und verifizierte Unternehmensprofile mit übereinstimmenden Filialkennungen, ein lokaler Produktfeed sowie ein lokaler Bestandsfeed mit den Pflichtattributen id, store_code und availability. Für Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlangt Google zusätzlich einen Impressum-Nachweis. Bestandsdaten sollen täglich aktualisiert werden.
Geprüft: 18. Juli 2026 · Nächste Prüfung: Q4 2026
Der häufigste Fehler bei lokalen Anzeigen ist nicht die falsche Einstellung, sondern der stille Ausfall: Die Kampagne läuft, das Budget fließt – nur die Filialverfügbarkeit ist seit Wochen veraltet.
Was sind lokale Produktanzeigen?
Lokale Produktanzeigen und kostenlose lokale Einträge sind im Merchant Center ein gemeinsames Add-on, mit dem Produkte und Filialinformationen für Suchende in der Nähe ausgespielt werden. Die Merchant-Center-Hilfe führt beides als eine Funktion, die pro Zielland aktiviert wird – der kostenpflichtige und der kostenlose Weg teilen sich dieselbe Datengrundlage.
Praktisch heißt das: Wer die Daten ohnehin liefert, erhält die kostenlose Ausspielung mit, ohne zusätzliche Kampagnenarbeit. Das ist ein Argument, das in der Diskussion um den Aufwand oft fehlt – die Feed-Investition zahlt auf zwei Kanäle gleichzeitig ein.
In Performance Max laufen lokale Anzeigen automatisch mit
Google formuliert in der Ads-Hilfe, dass lokale Produktanzeigen in Performance-Max-Kampagnen automatisch ausspielbar sind, sofern die Produktgruppen nicht auf reine Onlinekanäle gefiltert wurden oder die Produkte nur online verfügbar sind. Einen eigenen Ein- oder Ausschalter für lokale Anzeigen gibt es dort nicht; gesteuert wird über Kampagnenziel und Produktgruppenfilter.
Für die Praxis folgt daraus eine unterschätzte Konsequenz: In vielen Konten läuft lokale Ausspielung bereits, ohne dass jemand eine bewusste Entscheidung getroffen hat. Ob sie etwas bewirkt, hängt dann allein an der Datenqualität – an verifizierten Filialen, korrekten Filialkennungen und aktuellen Beständen. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, bleibt die Ausspielung schlicht aus, und im Kampagnenbericht ist das nicht als Fehler sichtbar. Wie sich Leistungsunterschiede zwischen den Kanälen einer Performance-Max-Kampagne überhaupt sichtbar machen lassen, behandelt der Beitrag zur Kanaldiagnostik in Performance Max.
Was sich in Standard-Shopping ändert – und wie belastbar diese Information ist
Für Standard-Shopping-Kampagnen ist eine Umstellung angekündigt, die allerdings nicht öffentlich dokumentiert ist. Nach Benachrichtigungen an Google-Ads-Verwaltungskonten soll die Kampagneneinstellung „Local products" entfallen; lokale Anzeigen würden dann für Konten aktiv, deren verknüpftes Merchant Center das Add-on aktiviert hat, gesteuert über den Inventarfilter.
Hier ist Transparenz über die Quellenlage wichtiger als die Nachricht selbst: Für diese Änderung existiert keine zitierbare Google-Seite. Der Änderungslog des Merchant Center enthält keinen entsprechenden Eintrag, und die offizielle Hilfeseite beschreibt weiterhin den alten Zustand – die Einstellung „Local products" unter den zusätzlichen Einstellungen, standardmäßig deaktiviert.
Unser Umgang damit: Die Information ist ernst zu nehmen, weil sie aus einer echten Kontobenachrichtigung stammt und mehrfach unabhängig berichtet wurde – aber sie taugt nicht als belegte Tatsache. Prüfen Sie deshalb die Benachrichtigungen im eigenen Konto, statt sich auf Sekundärquellen zu verlassen. Und korrigieren Sie eine verbreitete Zuspitzung: Betroffen wären nicht in erster Linie neue Kampagnen, sondern Bestandskampagnen, in denen Online- und Lokalbudget bewusst getrennt gehalten werden. Genau dort kann eine Umstellung die Budgetlogik unbemerkt verändern.
Voraussetzungen im Überblick
Die Richtlinien für lokale Produktanzeigen nennen eine Reihe von Bedingungen, die vor der ersten Ausspielung erfüllt sein müssen. Eine davon betrifft den deutschsprachigen Raum ausdrücklich.
| Voraussetzung | Anforderung |
|---|---|
| Ladengeschäft | Kunden müssen den Artikel physisch ansehen und kaufen können |
| Standort des Händlers | Physische Präsenz im Zielland der Anzeigen erforderlich |
| Merchant Center | Add-on je Zielland aktiviert, Verknüpfung mit Google Ads |
| Unternehmensprofile | Verifizierte Filialen, Filialkennung muss mit dem Profil übereinstimmen |
| Impressum | Zusätzlicher Nachweis für Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz |
| Mitgliedschaften | Reine Mitgliederpreise machen unzulässig, wenn Nichtmitglieder nicht zum Preis kaufen können |
Die Zeile mit der Filialkennung verdient besondere Aufmerksamkeit, weil sie in der Praxis die meisten stillen Ausfälle verursacht. Stimmt der im Feed verwendete Code nicht exakt mit dem verifizierten Unternehmensprofil überein, findet keine Zuordnung statt – und es erscheint keine Fehlermeldung, die auf die eigentliche Ursache zeigt. Wer mehrere Filialen betreibt, sollte diese Zuordnung deshalb einmal vollständig prüfen und nicht stichprobenartig. Welche Rolle sauber gepflegte Unternehmensprofile darüber hinaus spielen, beschreibt der Beitrag zu skalierbaren Local-SEO-Praktiken.
Die beiden Feeds und ihre Pflichtattribute
Lokale Anzeigen brauchen zwei getrennte Datenquellen: die lokalen Produktdaten und die lokalen Bestandsdaten je Filiale. Das wird häufig verwechselt, weil beide im selben Kontext auftauchen – die Pflichtfelder unterscheiden sich aber deutlich.
| Datenquelle | Inhalt | Pflichtattribute |
|---|---|---|
| Lokale Produktdaten | Produktstammdaten für den lokalen Verkauf | id, title, description, image_link; gtin und brand für neue Produkte |
| Lokale Bestandsdaten | Verfügbarkeit je Filiale | id, store_code, availability; pickup_sla bei Abholoption |
Was dabei oft falsch verstanden wird
Zwei Klarstellungen zu häufigen Missverständnissen: Preis und Menge sind im lokalen Bestandsfeed laut Spezifikation optional, nicht verpflichtend – auch wenn sie in der Praxis fast immer sinnvoll sind. Und für Produktdaten ist kein zweiter Feed zwingend: Google beschreibt sowohl die Möglichkeit einer gemeinsamen Datei für Online- und Ladenangebote als auch getrennte Dateien. Die Trennung innerhalb einer Datei erfolgt über ein Ausschlussattribut für Zielplattformen.
Für Händler mit Energieverbrauchskennzeichnung gilt zusätzlich die für die EU vorgeschriebene Angabe der Energieeffizienzklasse. Wer den Feed ohnehin überarbeitet, sollte das gleich mitprüfen – Beanstandungen an dieser Stelle betreffen meist ganze Produktgruppen auf einmal. Wie Feed- und Kontostrukturen im Merchant Center sinnvoll aufgesetzt werden, behandelt der Beitrag zum Merchant Center und seinen Kontostrukturen.
Wie oft müssen Bestandsdaten aktualisiert werden?
Google schreibt, lokale Bestandsdaten sollten täglich aktualisiert werden. Anders als beim regulären Produktfeed, für den keine Tagesfrequenz dokumentiert ist, gibt es hier also eine klare Vorgabe – und sie ergibt sich aus der Sache: Eine Filialverfügbarkeit von gestern ist für einen Kunden, der jetzt vor der Tür steht, wertlos.
Für höhere Aktualität nennt Google zwei Wege. Der eine läuft über ein Tag auf der Website, das Verfügbarkeiten meldet und den Google ausdrücklich als Echtzeit-Aktualisierung beschreibt. Der andere führt über die Programmierschnittstelle für lokales Inventar, die häufige Änderungen erlaubt – ohne dass Google dort allerdings eine Frequenz oder Echtzeit zusagt. Wer mit Sonderaktionen oder knappen Beständen arbeitet, sollte den erstgenannten Weg prüfen; für die meisten Sortimente reicht eine verlässliche tägliche Übertragung.
Ladenbesuche messen: was dokumentiert ist – und was nicht
Google dokumentiert die Messung von Ladenbesuchen, nennt aber bewusst keine konkreten Schwellenwerte. Voraussetzungen sind unter anderem angemeldete Nutzer mit aktiviertem Standortverlauf, verifizierte Standorte, aktive Standort-Assets in den Kampagnen und ausreichend Klicks beziehungsweise Ladenbesuche, um die Datenschutzschwellen zu erfüllen.
Entscheidend ist die Formulierung, mit der Google diese Schwellen beschreibt: Sie unterscheiden sich je Werbetreibendem, und es werden keine Zahlen genannt. Verbreitete Angaben wie eine Mindestzahl an Filialen sind damit nicht belegt. Google merkt lediglich an, dass die Wahrscheinlichkeit ausreichender Daten mit der Zahl der Standorte steigt.
Was kleinere Händler stattdessen messen können
Für die Praxis heißt das: Ladenbesuche sind ein wertvoller, aber kein planbarer Messwert. Ein Filialist mit dreißig Standorten kann damit rechnen, ein Händler mit zwei sollte die Kampagnenbewertung nicht darauf aufbauen. Als Ersatz eignen sich Filialaktionen mit eigener Nachverfolgung – etwa Gutscheine, Terminbuchungen oder Abholaufträge, die sich unabhängig von Googles Modell zählen lassen.
Diese Ersatzmessung hat einen unterschätzten Vorteil: Sie liefert eine Zahl, die im eigenen System existiert und damit auch dann Bestand hat, wenn sich Modellierung oder Datenschutzschwellen ändern. Wer den Filialbeitrag in der Gesamtrechnung sauber ausweisen will, sollte ihn ohnehin an derselben neutralen Zählbasis messen wie alle anderen Kanäle – die Logik dahinter beschreibt der Beitrag zur Attribution zwischen Plattformen.
Prüfreihenfolge in vier Schritten
Die Reihenfolge ist bewusst so gewählt. Wer bei Schritt drei anfängt – der naheliegenden Kampagnenarbeit –, optimiert an einer Ausspielung, die mangels sauberer Zuordnung vielleicht gar nicht stattfindet. Die ersten beiden Schritte kosten wenige Stunden und entscheiden darüber, ob die dritte überhaupt Wirkung entfalten kann.
Bei lokalen Produktanzeigen liegt der Ertrag nicht in der Kampagnensteuerung, sondern in der Datenpflege. Automatische Ausspielung in Performance Max bedeutet, dass die Entscheidung über lokale Sichtbarkeit längst gefallen ist – offen ist nur, ob die Daten sie einlösen. Wer Filialkennungen und Tagesaktualität im Griff hat, gewinnt kostenlose lokale Einträge als Nebeneffekt mit; wer sie nicht im Griff hat, bezahlt Kampagnen, die still ins Leere laufen.
Häufig gestellte Fragen
Laufen lokale Anzeigen in Performance Max automatisch?
Laut Google-Ads-Hilfe sind sie automatisch ausspielbar, sofern die Produktgruppen nicht auf reine Onlinekanäle gefiltert sind oder die Produkte nur online verfügbar sind. Einen separaten Schalter gibt es nicht.
Ändert Google das Standardverhalten in Shopping-Kampagnen?
Eine solche Umstellung wurde per Kontobenachrichtigung kommuniziert, ist aber nicht öffentlich dokumentiert. Die offizielle Hilfeseite beschreibt weiterhin die Einstellung „Local products“ als standardmäßig deaktiviert. Prüfen Sie die Benachrichtigungen im eigenen Konto.
Welche Voraussetzungen gelten für lokale Produktanzeigen?
Ein Ladengeschäft, physische Präsenz im Zielland, ein Merchant-Center-Konto mit aktiviertem Add-on je Land, verifizierte Unternehmensprofile mit übereinstimmenden Filialkennungen sowie lokale Produkt- und Bestandsdaten. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz verlangt Google zusätzlich einen Impressum-Nachweis.
Welche Attribute sind im lokalen Bestandsfeed Pflicht?
id, store_code und availability; bei Artikeln mit Abholoption zusätzlich pickup_sla. Preis und Menge sind laut Spezifikation optional.
Wie oft müssen lokale Bestandsdaten aktualisiert werden?
Google schreibt, sie sollten täglich aktualisiert werden. Für höhere Aktualität gibt es ein Website-Tag, das Google als Echtzeit-Aktualisierung beschreibt, sowie eine Programmierschnittstelle für häufige Änderungen.
Sind lokale Produktanzeigen in Deutschland verfügbar?
Ja, Deutschland ist in der offiziellen Länderliste für lokale Produktanzeigen enthalten.
Ab wie vielen Filialen sind Ladenbesuche messbar?
Google nennt keine Zahl. Die Datenschutzschwellen unterscheiden sich je Werbetreibendem; Google merkt lediglich an, dass die Wahrscheinlichkeit ausreichender Daten mit der Zahl der Standorte steigt.
Fazit: Erst die Zuordnung, dann die Kampagne
Die praktisch wichtigste Erkenntnis ist nicht die angekündigte Umstellung, sondern der dokumentierte Normalzustand: In Performance Max läuft lokale Ausspielung automatisch mit. Damit ist die Frage in vielen Konten nicht, ob lokale Anzeigen aktiviert werden sollen, sondern ob die Daten dahinter tragen.
Der Prüfpfad ist kurz und lohnt sich auch dann, wenn nichts umgestellt wird: Add-on je Zielland aktiv, Unternehmensprofile verifiziert, Filialkennungen vollständig abgeglichen, Bestandsdaten täglich aktuell. Erst danach lohnt der Blick auf Produktgruppen und Inventarfilter. Und bei allem, was zur angekündigten Änderung im Umlauf ist, gilt die einfachste Regel: im eigenen Konto nachsehen, statt sich auf Zusammenfassungen zu verlassen – auch auf diese hier.

Quellen
- Merchant-Center-Hilfe: Lokale Produktanzeigen und kostenlose lokale Einträge
- Merchant-Center-Hilfe: Richtlinien für lokale Produktanzeigen
- Merchant-Center-Hilfe: Lokale Produktdaten
- Merchant-Center-Hilfe: Lokale Bestandsdaten
- Merchant-Center-Hilfe: Bestandsdaten hochladen
- Merchant-Center-Hilfe: Änderungslog
- Google-Ads-Hilfe: Lokale Produktanzeigen – häufige Fragen
- Google-Ads-Hilfe: Einstellung für lokale Produkte in Shopping
- Google-Ads-Hilfe: Ladenbesuche messen
- Stand der zitierten Dokumentation: Juli 2026. Angekündigte Änderungen ohne öffentliche Dokumentation sind im Text als solche gekennzeichnet.
Allgemeine Information zu lokalen Produktanzeigen. Die beschriebene Umstellung in Standard-Shopping-Kampagnen wurde per Kontobenachrichtigung kommuniziert und ist nicht öffentlich dokumentiert; maßgeblich sind die Benachrichtigungen im eigenen Konto. Keine Rechts- oder Marketing-Beratung im Einzelfall. Stand: Juli 2026.
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