Performance Max lässt sich seit Juni 2025 nach Kanal auswerten, und seit Juni 2026 zeigt auch das Produkt-Reporting Werte je Kanal – allerdings nur Conversions und Kosten, nicht das volle Metrikset. Diese Einschränkung geht in Zusammenfassungen regelmäßig unter, ist aber entscheidend: Wer erwartet, Impressionen und Klicks je Produkt je Kanal zu sehen, wird den Bericht enttäuscht wieder schließen.
Ebenso wichtig ist, was sich aus diesen Daten nicht ableiten lässt. Kanäle in Performance Max auszuschließen oder Budget gezielt auf einen Kanal zu lenken, ist offiziell nicht vorgesehen. Die neue Transparenz ist also eine Beobachtungs-, keine Steuerungsmöglichkeit – und genau darin liegt ihr praktischer Wert, wenn man sie richtig einsetzt.
Performance Max liefert seit Juni 2025 einen Kanalbericht auf Kampagnenebene, der Suche, Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Maps, Gmail und Suchnetzwerk-Partner ausweist. Seit Juni 2026 lässt sich zusätzlich das Produkt-Reporting über einen Netzwerkfilter aufschlüsseln – dort sind laut Dokumentation Conversions und Kosten je Produkt auf Kanalebene einsehbar, genannt werden Google Suche, YouTube, Discover und Gmail. Impressionen und Klicks je Produkt je Kanal sind nicht dokumentiert, ebenso wenig das Displaynetzwerk in dieser Aufzählung. Ein Ausschluss einzelner Kanäle oder eine Budgetsteuerung je Kanal ist in Performance Max offiziell nicht vorgesehen; verfügbar sind Placement-Ausschlüsse auf Kontoebene, Einstellungen zur Markensicherheit und Ausschluss-Keywords auf Kampagnenebene.
Geprüft: 18. Juli 2026 · Nächste Prüfung: Q1 2027
Mehr Sicht bedeutet nicht mehr Steuerung. Der Kanalbericht beantwortet, wo etwas passiert – nicht, wie man es dorthin oder davon weglenkt. Wer das verwechselt, sucht monatelang nach einem Schalter, den es nicht gibt.
Welche Kanalberichte gibt es in Performance Max?
Der zentrale Bericht heißt Kanal-Performance-Bericht und zeigt auf Kampagnenebene, wie eine Performance-Max-Kampagne über Googles Kanäle hinweg abschneidet. Laut Google-Ads-Hilfe lassen sich beliebige Zeiträume ab dem 6. Juni 2025 auswerten; der Bericht enthält eine Zusammenfassung, eine Zuordnung von Kanälen zu Zielen, einen Zeitverlauf und eine Verteilungstabelle. Inzwischen steht er in allen Performance-Max-Kampagnen zur Verfügung.
Angekündigt hatte Google die Funktion im April 2025 ausdrücklich als vielfach gewünschtes Feature – gemeinsam mit erweitertem Suchbegriff-Reporting und zusätzlichen Diagnosemöglichkeiten. Im September 2025 folgte eine weitere Ausbaustufe, mit der sich auch Asset-Berichte nach Netzwerken segmentieren lassen.
Für die Praxis ist das der eigentliche Fortschritt: Vorher ließ sich kaum beantworten, ob eine schwache Kampagnenleistung an der Kreation, am Feed oder an einer einzelnen Fläche lag. Wie sich diese Diagnose systematisch aufsetzen lässt, behandelt der Beitrag zur Kanaldiagnostik in Performance Max.
Was das Produkt-Reporting je Kanal wirklich zeigt
Seit Juni 2026 lässt sich das Produkt-Reporting über einen Netzwerkfilter aufschlüsseln – die Dokumentation nennt dafür ausdrücklich Conversions und Kosten. In der Hilfeseite zum Produkt-Reporting heißt es, man könne die Leistung der Produkte über Google-Kanäle hinweg in einem konsolidierten Bericht sehen und nach Netzwerk segmentieren, um zu erkennen, welche Kanäle für bestimmte Produkte die meisten Conversions liefern. Für die Kanalebene je Produkt wird der Filter „Network (with search partners)" genannt.
Zwei Präzisierungen sind hier wichtig, weil verbreitete Zusammenfassungen darüber hinausgehen. Erstens nennt die Dokumentation für diese Kanalebene nur Conversions und Kosten – Impressionen und Klicks je Produkt je Kanal sind nicht dokumentiert. Zweitens umfasst die dort genannte Kanalliste Google Suche, YouTube, Discover und Gmail; das Displaynetzwerk taucht in dieser Aufzählung nicht auf, obwohl es zu den Flächen von Performance Max gehört.
| Bericht | Ebene | Kanalaufschlüsselung | Verfügbar |
|---|---|---|---|
| Kanal-Performance-Bericht | Kampagne | Suche, Display, YouTube, Discover, Maps, Gmail, Suchnetzwerk-Partner | Daten ab Juni 2025 |
| Produkt-Reporting | Produkt | Conversions und Kosten je Kanal – Suche, YouTube, Discover, Gmail | Erweiterung ab Juni 2026 |
| Asset-Berichte | Asset | Segmentierung nach Netzwerken möglich | Ausbau ab September 2025 |
| Suchbegriffe | Kampagne | Keine Kanalaufschlüsselung; Daten ab März 2023 | Laufend |
Die Tabelle macht sichtbar, dass es sich nicht um einen einzelnen neuen Bericht handelt, sondern um mehrere Ebenen mit unterschiedlicher Granularität. Wer eine Frage beantworten will, sollte sie zuerst der richtigen Ebene zuordnen – „Welcher Kanal trägt die Kampagne?" ist eine Kampagnenfrage, „Welches Produkt läuft wo?" eine Produktfrage, und beide werden in verschiedenen Berichten beantwortet.
Auf welchen Kanälen läuft Performance Max?
Google nennt sechs Kanäle: Suche, Maps, YouTube, Discover, Gmail und das Google Displaynetzwerk. Der Kanalbericht führt zusätzlich Suchnetzwerk-Partner als eigene Zeile. Diese Liste ist der Bezugsrahmen für jede Auswertung – und sie erklärt, warum eine Performance-Max-Kampagne so schwer mit einer klassischen Suchkampagne vergleichbar ist.
Praktisch relevant ist vor allem die Spannweite der Nutzungssituationen. Ein Klick aus der Suche folgt einer aktiven Frage, ein Kontakt in Discover oder Gmail einer beiläufigen Entdeckung. Dieselbe Zielseite bedient beide Fälle selten gleich gut – ein Befund, der sich aus den Kanaldaten oft schneller ablesen lässt als aus dem Gesamtergebnis.
Was die Kanalverteilung über das Sortiment verrät
Eine wiederkehrende Beobachtung aus der Praxis: Die Kanalverteilung folgt weniger der Kampagneneinstellung als der Beschaffenheit der Produkte. Erklärungsbedürftige oder vergleichsintensive Artikel tauchen tendenziell stärker dort auf, wo aktiv gesucht wird; visuell geprägte, impulsnahe Sortimente eher in entdeckenden Umgebungen. Das ist keine dokumentierte Regel, sondern ein Muster, das sich mit den Kanaldaten erstmals überprüfen lässt statt nur vermuten.
Der praktische Wert liegt in der Gegenprobe zur eigenen Annahme. Wenn ein Sortiment, für das man aufwendige Suchkampagnen betreibt, überwiegend über andere Flächen konvertiert, stimmt entweder die Annahme über die Kaufmotivation nicht – oder die Suchsichtbarkeit ist schwächer als gedacht. Beide Erkenntnisse sind wertvoll, und beide führen zu Arbeit außerhalb des Kampagnenkontos: an Produktdaten, Bildmaterial und Zielseiten. Eine saubere Grundlage im Merchant Center ist dafür die Voraussetzung.
Was sich weiterhin nicht steuern lässt
Ein Ausschluss einzelner Kanäle oder eine Budgetverteilung je Kanal ist in Performance Max offiziell nicht vorgesehen. Die Dokumentation zu den Kanälen beschreibt ausschließlich, wo Anzeigen erscheinen – ein Mechanismus zur Steuerung findet sich dort nicht. In der Entwicklerdokumentation beschreibt Google die Budgetverteilung als dynamisch zugunsten der leistungsstärksten Kanäle.
Was es stattdessen gibt, sind allgemeinere Instrumente: Placement-Ausschlüsse auf Kontoebene, Einstellungen zur Markensicherheit einschließlich Inventartyp und Inhaltsausschlüssen sowie Ausschluss-Keyword-Listen auf Kampagnenebene. Diese wirken nicht kanalscharf, sondern über Umfeld und Themen – für viele Anforderungen reicht das, für eine gezielte Kanalabschaltung nicht.
Daraus folgt eine ehrliche Einordnung des Nutzens: Der Kanalbericht taugt nicht dazu, einen schwachen Kanal abzuschalten. Er taugt dazu, die eigenen Annahmen zu prüfen – etwa ob ein Sortiment, das man für ein Suchthema hielt, tatsächlich überwiegend über Discover verkauft. Solche Erkenntnisse verändern die Arbeit an Feed, Kreation und Zielseite, nicht die Kampagnenschalter.
Der Umweg über die Kampagnentrennung
Wer trotzdem Steuerung braucht, hat nur einen indirekten Weg: mehrere Performance-Max-Kampagnen mit unterschiedlichen Sortimenten und getrennten Budgets. Damit lässt sich zwar kein Kanal ausschließen, aber der Mitteleinsatz je Produktgruppe begrenzen – und wenn eine Gruppe erkennbar über eine bestimmte Fläche läuft, wirkt die Budgetgrenze faktisch auch dort.
Dieser Umweg hat allerdings Kosten: Mehr Kampagnen bedeuten weniger Daten je Kampagne, was automatisierte Gebote schwächt. Die Abwägung lautet also Steuerbarkeit gegen Lernfähigkeit, und sie fällt bei großen Konten anders aus als bei kleinen. Wer sie trifft, sollte vorher wissen, welches Ziel die Trennung verfolgt – etwa die separate Bewertung von Neukundengewinnung, wie sie der Beitrag zu Neukunden in Performance Max beschreibt.
Ein Hinweis zur Vergleichbarkeit der Zahlen
Google weist darauf hin, dass die Zuordnungslogik zu einem einmaligen Anstieg von Metriken wie Impressionen und Klicks führen kann – ausschließlich in Performance-Max-Kampagnen. Hintergrund ist, dass eine einzelne Anzeige mehrere Produkte enthalten kann und Google eine besondere Logik verwendet, um die Leistung über das Sortiment zuzuordnen.
Für die Auswertung heißt das: Vergleiche über den Zeitpunkt dieser Umstellung hinweg sind mit Vorsicht zu behandeln. Wer einen Anstieg beobachtet, sollte zuerst prüfen, ob er mit der geänderten Zuordnung zusammenfällt, bevor er ihn als Erfolg einer Maßnahme verbucht. Diese Art von methodischem Bruch ist der häufigste Grund für Fehlinterpretationen in Jahresvergleichen – und er lässt sich nur vermeiden, wenn man ihn kennt.
Praktisch empfiehlt sich eine schlichte Gegenmaßnahme: methodische Änderungen der Plattform mit Datum in derselben Datei festhalten, in der auch die eigenen Maßnahmen dokumentiert werden. Wer ein halbes Jahr später einen Sprung in der Kurve erklären muss, findet die Antwort dann in zwei Minuten statt in zwei Tagen. Das klingt nach Bürokratie, ist aber der Unterschied zwischen einer belastbaren Jahresauswertung und einer Sammlung plausibler Vermutungen.
Was aus den Kanaldaten folgt
Schritt drei ist der einzige mit echtem Gestaltungsspielraum. Wenn die Daten zeigen, dass ein Sortiment überwiegend über visuell geprägte Flächen läuft, ist die naheliegende Konsequenz nicht der Versuch, den Kanal zu drosseln, sondern besseres Bildmaterial und eine Zielseite, die zur entdeckenden Nutzungssituation passt. Die Grundlage dafür ist ein sauberer Produktfeed – dieselbe Basis, die auch Produktfeeds in Demand Gen tragen.
Für die Bewertung des Ergebnisses gilt weiterhin, was für alle wertbasierten Kampagnen gilt: Ohne saubere Wertübergabe bleibt jede Kanalzuordnung eine Zählung ohne Bedeutung. Wie sich Zielwerte belastbar setzen lassen, behandelt der Beitrag zur gROAS-Steuerung.
Der Kanalbericht hat Performance Max nicht kontrollierbar gemacht, sondern erklärbar. Das ist weniger, als sich viele erhofft haben, und mehr, als es klingt: Erklärbarkeit ist die Voraussetzung dafür, Feed- und Kreationsarbeit gezielt statt nach Gefühl zu priorisieren. Wer weiter nach dem Kanalschalter sucht, verpasst den eigentlichen Nutzen der Daten.
Häufig gestellte Fragen
Zeigt Performance Max die Leistung je Kanal?
Ja. Der Kanal-Performance-Bericht weist auf Kampagnenebene Suche, Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Maps, Gmail und Suchnetzwerk-Partner aus; Daten sind ab Juni 2025 verfügbar.
Welche Metriken zeigt das Produkt-Reporting je Kanal?
Die Dokumentation nennt für die Kanalebene je Produkt Conversions und Kosten. Impressionen und Klicks je Produkt je Kanal sind nicht dokumentiert.
Ist das Displaynetzwerk im Produkt-Reporting je Kanal enthalten?
In der Kanalliste der entsprechenden Hilfeseite werden Google Suche, YouTube, Discover und Gmail genannt. Das Displaynetzwerk taucht dort nicht auf, gehört aber zu den Flächen von Performance Max.
Auf welchen Kanälen läuft Performance Max?
Google nennt Suche, Maps, YouTube, Discover, Gmail und das Google Displaynetzwerk. Der Kanalbericht führt zusätzlich Suchnetzwerk-Partner als eigene Zeile.
Kann man einzelne Kanäle in Performance Max ausschließen?
Nein, das ist offiziell nicht vorgesehen. Verfügbar sind Placement-Ausschlüsse auf Kontoebene, Einstellungen zur Markensicherheit sowie Ausschluss-Keywords auf Kampagnenebene – diese wirken über Umfeld und Themen, nicht kanalscharf.
Lässt sich Budget je Kanal steuern?
Nein. Google beschreibt die Budgetverteilung als dynamisch zugunsten der leistungsstärksten Kanäle. Eine manuelle Zuweisung je Kanal ist nicht dokumentiert.
Sind die Zahlen über längere Zeiträume vergleichbar?
Mit Vorsicht. Google weist darauf hin, dass die Zuordnungslogik bei mehreren Produkten je Anzeige zu einem einmaligen Anstieg von Metriken wie Impressionen und Klicks führen kann – ausschließlich in Performance-Max-Kampagnen.
Fazit: Erklärbar statt steuerbar
Die Kanalberichte in Performance Max beantworten, wo etwas passiert – nicht, wie man es lenkt. Wer diese Grenze akzeptiert, gewinnt trotzdem einiges: eine belastbare Antwort auf die Frage, welche Flächen ein Sortiment tatsächlich tragen, und damit eine Grundlage für die Arbeit an Feed, Bildmaterial und Zielseiten.
Bei der Auswertung lohnen sich zwei Vorsichtsmaßnahmen. Erstens: die Berichtsebene zur Frage passend wählen, statt alles im Produkt-Reporting zu suchen. Zweitens: die dokumentierte Änderung der Zuordnungslogik im Hinterkopf behalten, bevor ein Anstieg als Erfolg verbucht wird. Beides kostet Minuten und verhindert Fehlschlüsse, die sonst über Monate weitergetragen werden.
Und eine Erwartung sollte man ablegen: Die Berichte machen Performance Max nicht zu einer Kampagne, die sich wie eine klassische Suchkampagne führen lässt. Wer das anstrebt, ist mit getrennten Kampagnentypen besser bedient. Wer dagegen die Automatisierung nutzen und trotzdem verstehen will, was sie tut, hat mit den Kanaldaten erstmals eine belastbare Grundlage dafür.

Quellen
- Google-Ads-Hilfe: Produkt-Reporting
- Google-Ads-Hilfe: Kanal-Performance-Bericht
- Google-Ads-Hilfe: Kanäle in Performance Max
- Google-Ads-Hilfe: Produkte in Performance Max
- Google-Ads-Hilfe: Placement-Ausschlüsse
- Google-Ads-Blog: Kanal-Reporting angekündigt (April 2025)
- Google-Ads-Blog: Erweiterungen bei Asset- und Kanalberichten (September 2025)
- Google Ads API: Reporting für Performance Max
- Stand der zitierten Dokumentation: Juli 2026.
Allgemeine Information zu Reporting-Funktionen in Google Ads. Verfügbarkeiten und Metriken entsprechen der Herstellerdokumentation im Juli 2026 und sind im eigenen Konto zu prüfen. Keine Rechts- oder Marketing-Beratung im Einzelfall. Stand: Juli 2026.
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