Ein leises aber praktisches Update aus Google Ads: Standard Shopping bekommt Maximize Conversion Value als eigenständige Bidding-Strategy – ohne den bisherigen Zwang, gleichzeitig einen Target ROAS zu setzen. Damit fällt eine der letzten funktionalen Beschränkungen von Standard Shopping gegenüber Performance Max weg. Und für viele Accounts vereinfacht sich die Setup-Frage schlagartig.
Die Änderung klingt technisch, hat aber messbare strategische Konsequenzen: Feed-Only PMax-Kampagnen, die ausschließlich für value-based Bidding aufgesetzt wurden, verlieren ihre Kernrechtfertigung. Account-Strukturen können schlanker werden, Reporting präziser, Budget-Verteilung transparenter. Gleichzeitig gibt es eine wichtige Budget-Falle, die Advertiser vor dem Wechsel kennen müssen.
Vertiefung: PMax Channel Diagnostics · Neuer Kampagnen-Selector · Kampagnen-Struktur
Standard Shopping bekommt Maximize Conversion Value ohne ROAS-Zwang. Feed-Only PMax-Workarounds werden überflüssig – Account-Strukturen können vereinfacht werden. Die Kehrseite: ohne ROAS-Deckel wird das volle Tagesbudget angestrebt, Underspend-Kampagnen springen im Spend. Migrations-Empfehlung: Baseline dokumentieren, Test-Kampagne isoliert umstellen, 2-3 Wochen Learning-Period abwarten, dann Rollout-Entscheidung treffen. Zusätzlich labelt Google ab Juni 2026 Bidding-Strategies um – reines Naming ohne funktionale Änderung. Für Advertiser mit Feed-Only PMax nur zwecks Value-Bidding: klarer Migrations-Fall Richtung Standard Shopping mit Kontroll-Gewinn.
Google Ads Update Juni 2026: Maximize Conversion Value als eigenständige Bidding-Strategy für Standard Shopping ohne Target ROAS-Voraussetzung. Bislang war value-based Bidding in Standard Shopping nur mit gesetztem Target ROAS möglich – viele Advertiser bauten Feed-Only Performance Max-Kampagnen als Workaround, um value-based Bidding ohne ROAS-Zwang zu nutzen. Update macht diesen Workaround überflüssig: Standard Shopping bietet höhere Kontrolle und Transparenz als PMax, jetzt kombinierbar mit flexiblerer Value-Bidding-Strategy. Wichtige Budget-Warnung: ohne Target ROAS versucht Maximize Conversion Value das komplette durchschnittliche Tagesbudget auszugeben, Unterspendkampagnen können signifikanten Spend-Anstieg zeigen. Bidding-Logik: Auction-Time-Bidding mit AI-basierten historischen und kontextuellen Signalen. Sinnvoll bei neuen Kampagnen ohne ROAS-Historie, Portfolios mit schwankender Marge, Wachstumsphasen mit Volumen-Fokus. Target ROAS bleibt besser bei stabilen ROAS-Historien und harten Effizienz-Vorgaben. Migrations-Plan in 5 Schritten über 4-6 Wochen: Baseline dokumentieren, Conversion-Tracking prüfen, Test-Kampagne umstellen, 2-3 Wochen Learning-Period beobachten, Rollout-Entscheidung. Zusätzlich labelt Google ab Juni 2026 Bidding-Strategies um: Maximize conversions with Target CPA wird Target CPA, Maximize conversion value with Target ROAS wird Target ROAS – reines Naming ohne funktionale Änderung. Für Advertiser mit Feed-Only PMax rein für Value-Bidding: klarer Migrations-Fall Richtung Standard Shopping.
Geprüft: 6. Juli 2026 · Nächste Prüfung: Q4 2026
Der Kontext: Warum die Änderung überhaupt relevant ist
Value-based Bidding optimiert Google Ads Auktionen auf Conversion-Wert statt auf Conversion-Zahl. Statt „möglichst viele Bestellungen", lautet das Ziel „möglichst hoher Warenkorbwert bei gegebenem Budget". Für Standard Shopping war das bisher nur über Target ROAS möglich – der Advertiser musste einen konkreten Return-on-Ad-Spend-Zielwert nennen. Wer keinen belastbaren ROAS-Wert setzen konnte oder nicht wollte, hatte in Standard Shopping keinen Zugang zu Value-Bidding.
Viele Advertiser haben Feed-Only PMax-Kampagnen aufgebaut, nur um Googles Value-Bidding-Logik ohne ROAS-Zwang zu nutzen. Diese Workaround-Ökonomie war praktisch, aber sie hat Account-Strukturen aufgebläht, Reporting fragmentiert und Kontrolle verwässert. Mit dem neuen Update fällt der Zwang zum Workaround weg.
Vorher – Nachher im direkten Vergleich
Die Budget-Falle, die niemand übersehen sollte
Google dokumentiert das Verhalten explizit: ohne Target ROAS versucht Maximize Conversion Value, das komplette durchschnittliche Tagesbudget auszuschöpfen. Kampagnen, die aktuell unter Budget laufen (z.B. 60% des Tageslimits abgerufen), können nach dem Wechsel schlagartig auf 100% Ausnutzung springen. Wenn dein aktuelles Budget-Cap unrealistisch hoch war, ist der Sprung entsprechend groß. Vor der Umstellung: Spend-Verhältnis der letzten 30 Tage dokumentieren, Budget-Cap prüfen und ggf. anpassen, in den ersten 2 Wochen täglich Pacing kontrollieren.
Wann welche Bidding-Strategy passt
| Situation | Empfohlene Strategy | Warum |
|---|---|---|
| Neue Kampagne ohne ROAS-Historie | Maximize Conversion Value (ohne ROAS) | Sammelt Daten, optimiert auf Wert ohne willkürlichen Zielwert |
| Stark schwankende Produktmargen | Maximize Conversion Value (ohne ROAS) | Statischer ROAS wäre entweder zu konservativ oder zu aggressiv |
| Wachstumsphase, Volumen-Fokus | Maximize Conversion Value (ohne ROAS) | Vollausschöpfung des Budgets für maximale Reichweite |
| Stabile ROAS-Historie, harte DB-Ziele | Target ROAS | Klare Effizienz-Vorgabe, Steuerungshebel für Budget-Allokation |
| 60+ Conversions/Monat, klarer Zielwert | Target ROAS | Genug Datenbasis für präzise Optimierung mit Deckel |
| Zu wenig Conversion-Daten für Smart Bidding | Maximize Clicks oder manuelle CPCs | Value-Bidding braucht mind. 15-30 Conversions/Monat |
Der saubere 5-Schritte-Migrations-Plan
Schritt 1 · Baseline dokumentieren
Vor jeder Umstellung: die letzten 30 Tage der aktuellen Kampagne festhalten. Konkret: Ad Spend, Impressions, Klicks, Conversions, Conversion Value, ROAS, durchschnittlicher CPC, Budget-Nutzungsgrad. Diese Zahlen sind der Vergleichsmaßstab für den Post-Migration-Check.
Schritt 2 · Conversion-Tracking prüfen
Value-Bidding funktioniert nur so gut wie das eingehende Value-Signal. Prüfe: reportet die Kampagne transaktionsspezifische Values (echte Warenkorb-Summen), oder werden statische Standardwerte für Conversions eingetragen? Bei Fall zwei: Tracking-Setup verbessern, bevor auf Maximize Conversion Value umgestellt wird. Sonst optimiert der Algorithmus auf falsche Signale.
Schritt 3 · Test-Kampagne isoliert umstellen
Nicht das gesamte Konto migrieren – eine oder zwei Test-Kampagnen. Idealerweise mit vergleichbarer Struktur zur Rest-Landschaft. Alle anderen Kampagnen bleiben unverändert, um klare Vergleichs-Bedingungen zu haben. Wenn Feed-Only PMax parallel läuft: die zunächst nicht pausieren, sondern separat beobachten.
Schritt 4 · Learning-Period abwarten
Smart Bidding braucht 2-3 Wochen, um in die neue Strategy einzuschwingen. In dieser Phase: keine gravierenden Budget-Änderungen, keine parallelen Struktur-Anpassungen. Was du dagegen aktiv beobachtest: Budget-Pacing (springt es auf 100%?), Conversion Value pro Klick, Cost/Conversion, absoluter Spend. Bei Pacing-Sprüngen oder unerwartetem Spend: Budget-Cap anpassen.
Schritt 5 · Vergleich und Entscheidung
Nach 3-4 Wochen: Ergebnisse gegen Baseline vergleichen. Drei Entscheidungswege. (a) Klare Verbesserung → auf weitere Kampagnen ausrollen. (b) Vergleichbare Ergebnisse, aber vereinfachte Struktur → ausrollen und Feed-Only PMax konsolidieren. (c) Klare Verschlechterung → Rollback zu Target ROAS mit angepasstem Zielwert oder zurück zur alten Struktur.
Wenn du aktuell Feed-Only PMax nur wegen Value-Bidding laufen hast: der Migrations-Wert liegt nicht nur in vergleichbaren KPIs, sondern in Placement-Transparenz. Standard Shopping zeigt dir klarer, welche Suchbegriffe konvertieren und welche Produkte performen. PMax gibt diese Einblicke nur begrenzt. Für viele E-Commerce-Marken ist das der eigentliche Payoff der Umstellung – nicht die Bidding-Performance selbst.
Das Naming-Update im Juni 2026
Parallel zur neuen Bidding-Option labelt Google ab Juni 2026 die Bidding-Strategy-Namen um. „Maximize conversions with a Target CPA" wird schlicht „Target CPA". „Maximize conversion value with a Target ROAS" wird „Target ROAS". Die Bidding-Logik bleibt unverändert — es ist reines Naming für mehr Klarheit in der Oberfläche. Advertiser müssen nichts umstellen. Aber: interne Playbooks, Dashboards, Trainings und Reporting-Templates sollten die neuen Namen übernehmen.
Google räumt schrittweise die künstlichen Barrieren zwischen Standard Shopping und Performance Max ab. Was 2024 noch eine klare Trennung war (PMax für AI-Bidding, Standard für Kontrolle), wird 2026 zu einem Spektrum. Advertiser gewinnen zurück, was in der PMax-Ära verloren ging: Kontrolle plus AI-Optimierung in einer Kampagne. Die Feed-Only-PMax-Ära als Workaround-Konstrukt läuft aus. Wer jetzt aufräumt und konsolidiert, hat 2027 eine schlankere Account-Landschaft mit besserem Reporting und weniger Pflegeaufwand — bei gleicher oder besserer Performance. Das ist die Art Update, die keine Schlagzeilen macht, aber Setups strukturell verändert.
Häufig gestellte Fragen
Was hat Google konkret an Standard Shopping geändert?
Google hat Maximize Conversion Value als eigenständige Bidding-Strategy für Standard Shopping freigeschaltet – ohne die bisherige Voraussetzung eines Target ROAS. Die neue Option erscheint jetzt direkt unter Budget and Bidding Optimization in Standard Shopping.
Warum ist das ein wichtiger Schritt für E-Commerce-Advertiser?
Weil viele Advertiser Standard Shopping wegen höherer Kontrolle und Transparenz gegenüber PMax bevorzugen, aber gleichzeitig Zugang zu Googles wertorientierter Smart-Bidding-Logik brauchten. Die einzige Möglichkeit war bisher Feed-Only PMax als Workaround. Mit dem Update verschwindet dieser Zwang.
Was passiert mit meinem Budget nach dem Wechsel?
Ohne Target ROAS versucht Maximize Conversion Value das komplette durchschnittliche Tagesbudget auszugeben. Kampagnen, die aktuell unter Budget laufen, können nach dem Wechsel deutlich mehr Spend generieren. Vor dem Wechsel: aktuelles Spend-Verhältnis dokumentieren, Budget-Cap prüfen, in den ersten 2 Wochen täglich Pacing kontrollieren.
Wann ist Maximize Conversion Value ohne ROAS sinnvoll?
Bei neuen Kampagnen ohne belastbare ROAS-Historie, bei Portfolios mit stark schwankender Marge, in Wachstumsphasen mit Volumen-Fokus (Saisongeschäft, Neukunden-Push, Launch-Kampagnen).
Wann bleibt Target ROAS die bessere Wahl?
Wenn die Kampagne belastbare historische ROAS-Daten hat und eine klare Effizienz-Vorgabe braucht. Als Faustregel: bei 60+ Conversions pro Monat mit stabilen ROAS-Werten ist Target ROAS meist die präzisere Option.
Werden Feed-Only PMax-Kampagnen jetzt überflüssig?
Nicht in jedem Fall, aber die Hauptrechtfertigung fällt weg. Wer Feed-Only PMax nur für Value-Bidding ohne ROAS-Zwang aufgesetzt hat, kann jetzt zurück in Standard Shopping migrieren. Feed-Only PMax bleibt sinnvoll für Advertiser, die aktiv YouTube-, Discover- und Display-Placements nutzen wollen.
Wie sieht ein sauberer Migrations-Plan aus?
Fünf Schritte über 4-6 Wochen: Baseline dokumentieren, Conversion-Tracking prüfen, Test-Kampagne isoliert umstellen, Learning-Period abwarten, Vergleich und Entscheidung über Rollout.
Was ändert sich sonst noch bei Google Ads Bidding-Labels?
Google labelt ab Juni 2026 die Bidding-Strategy-Namen in der Oberfläche um. Aus „Maximize conversions with a Target CPA" wird „Target CPA", aus „Maximize conversion value with a Target ROAS" wird „Target ROAS". Die Bidding-Logik bleibt unverändert – reines Naming-Update.
Fazit: Ein leises Update mit strukturellen Folgen
Das Maximize-Conversion-Value-Update für Standard Shopping wird keine Schlagzeilen machen. Aber es räumt eine der letzten Rechtfertigungen für komplexe Feed-Only-PMax-Konstrukte auf. Wer aktuell parallele Setups aus Standard Shopping und Feed-Only PMax fährt, sollte in den nächsten Wochen prüfen, ob eine Konsolidierung Sinn macht. Der Payoff ist selten die Bidding-Performance selbst — es ist die Transparenz, die konsolidierte Struktur und der reduzierte Pflegeaufwand.
Der praktische Move für die kommenden Wochen: Baseline-Daten sichern, eine Test-Kampagne isoliert umstellen, Budget-Pacing eng beobachten, nach 3-4 Wochen entscheiden. Und wer bisher trotz stabiler ROAS-Historie an Target ROAS geklebt hat: der bleibt einfach bei Target ROAS. Das Update ist ein Werkzeug für die, die es brauchen — nicht die Aufforderung zur Rundum-Umstellung.

Über die Autorin
Sophie
SEO-Strategin bei YellowFrog – Schwerpunkte: Google Ads Shopping, Value-based Bidding, PMax-Konsolidierung, E-Commerce-Account-Struktur. Begleitet Marken beim disziplinierten Umbau ihrer Kampagnen-Landschaften mit klaren Migrations-Plänen.
Fachlich geprüft von Elena – Head of SEO
Quellen
- Google Ads Help – Maximize Conversion Value
- Google Ads Help – Smart Bidding
- YellowFrog-Praxisanalysen 2024–2026.
Allgemeine Information zum Google-Ads-Rollout von Maximize Conversion Value für Standard Shopping. Verfügbarkeit und konkrete Optionen können sich pro Konto und Region unterscheiden. Die tatsächliche Performance nach Bidding-Umstellung hängt von Produktportfolio, Marge, Conversion-Tracking-Qualität und Wettbewerbs-Umfeld ab. Keine Rechts- oder Marketing-Beratung im Einzelfall. Stand: Juli 2026.
YellowFrog
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