What the Digital Markets Act is doing to Google's search - insights, examples & consequences. Read now and understand what's really changing in the SERPs!
Digital Markets Act & Google-SERPs: 7 Dinge, die du jetzt wissen musst
SEO & SERP-Analyse
Digital Markets Act & Google-SERPs: 7 Dinge, die du jetzt wissen musst
Digital Markets Act (DMA) verändert die Spielregeln in den Google-SERPs: Mehr Wettbewerb in Modulen, sichtbarere Drittanbieter-Boxen, neue Labels – und damit andere Klickpfade. Wenn du SEO, E-Commerce oder Lead-Gen verantwortest, heißt das: Rankings allein reichen nicht mehr. Du musst verstehen, in welchen SERP-Modulen du auftauchst, wie deine Daten (Feeds/Schema) bewertet werden und wie du Erfolg in einer UI misst, die sich spürbar „über den organischen Links“ abspielt.
Executive Summary
Shift der KPI: Neben Positionen zählen Feature-Impressions (Vergleichsbox/Local/Shopping) und CTR pro Modul.
Daten gewinnen Fläche: Valide Feeds + sauberes Schema entscheiden, ob du in Drittanbieter-/Vergleichsmodulen auftauchst.
CTR wird volatiler: Neue Module verschieben den Fold – du brauchst Feature-Tracking + Annotationen statt „Position-only“-Reports.
90-Tage-Plan: Erst Hygiene (Diagnosen/Policies/IDs), dann Skalierung (Content-Module, Tests, Entity/Brand-Signale).
Viele Teams merken die DMA-Effekte zuerst indirekt: CTR schwankt, obwohl Positionen stabil wirken. Oder: Impressionen steigen, aber Klicks verteilen sich anders – weil Vergleichs- und Drittanbieter-Kacheln oberhalb des Folds mehr Aufmerksamkeit ziehen. In der Praxis verschiebt sich die Optimierungslogik von „Position 1“ zu „Feature-Präsenz + Datenqualität + UX nach dem Klick“.
Dieser Leitfaden liefert dir konkrete Beispiele, Muster und eine Umsetzungs-Checkliste inkl. Tracking-Plan. Ziel ist, dass du nach dem Lesen drei Dinge klar kannst: (1) SERP-Änderungen sauber einordnen, (2) Daten-/Schema- und Feed-Basics so aufstellen, dass du modul-fähig wirst, (3) Reporting auf DMA/Feature-Realität umbauen – ohne Aktionismus.
„Wer Datenqualität & Struktur priorisiert, erscheint häufiger in Modulen – unabhängig von der klassischen Position.“ – YellowFrog-Praxisbeobachtung aus SERP-Messungen
Quick-Orientierung: Wenn du nur 5 Minuten hast: Abschnitt 2 (KPI-Shift) + Abschnitt 6 (Messung & Reporting) + die 90-Tage-Roadmap.
Wenn du operativ umsetzen willst: Abschnitt 5 (Schema/Feeds) + Abschnitt 4 (Beispiele mit Maßnahmen).
1) Was ist der Digital Markets Act (DMA)?
Der DMA ist ein EU-Regelwerk, das die Marktmacht großer Plattformen („Gatekeeper“) begrenzen soll. Ziel: fairere Wettbewerbsbedingungen, weniger Selbstbevorzugung, mehr Wahlfreiheit für Nutzer:innen und bessere Chancen für Drittanbieter.
Für Google-SERPs ist das relevant, weil Google in vielen Vertikalen historisch eigene Module stark prominent platziert hat (z. B. Shopping/Local/Travel). Der DMA erhöht den regulatorischen Druck, Drittanbieter sichtbarer einzubinden, Kennzeichnungen zu verbessern und Auswahlmöglichkeiten zu stärken.
Neutralere Darstellung: eigene Module vs. Drittanbieter werden sichtbarer getrennt bzw. anders angeordnet
Mehr Vergleichs- und Plattform-Boxen: besonders in Shopping/Travel/Services
Mehr UI-Transparenz: Labels (z. B. „von Google“, „Vergleich“), teils neue Auswahlkacheln
Wichtig: Der DMA „schaltet“ Google nicht ab – er verändert Incentives und UI-Logik. In der Praxis siehst du deshalb Tests, Varianten und vertikal unterschiedliche Umsetzungen (und damit volatilere SERPs).
2) Google als Gatekeeper – Auswirkungen für SEO
Rankingposition ist weiter wichtig, aber DMA verschiebt den Fokus. In vielen SERPs entscheidet nicht nur „Wer ist #1?“, sondern „Wer erscheint im relevanten Modul – und wo liegt dieses Modul im Fold?“.
Alte KPI
Neue KPI (DMA/AI-Realität)
Durchschnittsposition
Feature-Impressions (Vergleichsbox, Drittanbieter-Box, Local Pack, Shopping-Cluster)
CTR gesamt
CTR pro Modul + Scroll-/Engagement nach dem Klick (Post-Click KPIs)
Das ist ein mentaler Shift: Du optimierst nicht nur „für Google-Ranking“, sondern für „Google-Interface“. Das Interface ist inzwischen ein Mix aus organischen Links, Features, vertikalen Modulen, Daten-Integrationen (Feeds) und manchmal auch KI-Antworten. DMA verstärkt diese Modularität, weil Drittanbieter-Präsenz in bestimmten Bereichen zunimmt.
Konsequenz: Feature-Monitoring gehört in jedes SEO-Reporting – neben Positions- und Sichtbarkeitswerten. Wer nur Positionen reportet, erklärt CTR-Schwankungen nicht mehr sauber.
Praktische Leitfrage für Teams
„Wo gewinnt die Aufmerksamkeit in dieser SERP?“
Above-the-fold-Modul? Vergleichsbox? Local Pack? Shopping-Cluster? – Erst wenn du das beantwortest, kannst du richtig priorisieren: Datenqualität, Feed-Setups, Schema, Content-Module und Landingpage-UX.
3) DMA in den SERPs: konkrete Änderungen
a) Drittanbieter- & Vergleichsboxen
Zusätzliche Module listen mehrere Plattformen parallel (z. B. Vergleichsseiten, Marktplätze, OTAs). Für dich bedeutet das: Du kannst auch dann Sichtbarkeit gewinnen, wenn du nicht „klassisch“ ganz oben rankst – aber nur, wenn deine Daten (Produkte/Preise/Verfügbarkeit/Standorte) konsistent und valide sind.
b) Rückbau/Labeling eigener Google-Module
Einzelne OneBoxes oder stark dominierende Module werden in manchen Journeys sichtbarer gekennzeichnet oder in Tests angepasst. Praktisch zählt trotzdem: Die erste sichtbare Kachel gewinnt Aufmerksamkeit – daher brauchst du eine Strategie für „Modul-Fähigkeit“.
c) UI-Transparenz & Wahlmöglichkeiten
Labels und Auswahlmodule erhöhen formale Transparenz. Gleichzeitig steigt Komplexität: Nutzer:innen müssen auswählen – und das sorgt für neue Klickpfade. Für SEO heißt das: Mehr Nutzer gehen über Zwischenstationen (Vergleich/Plattform) statt direkt zur Brand-Website.
Merke: DMA verstärkt die Rolle von „Daten-Ökosystemen“ (Feeds, Plattformen, Verzeichnisse). Wenn du nur Website-SEO machst, ohne Daten-Distribution zu denken, verlierst du in modularen SERPs an Fläche.
4) Beispiele & Muster (mit Maßnahmen)
DMA-Änderungen wirken je nach Vertikal unterschiedlich. Der Hebel ist fast immer derselbe: du musst als „kachel-fähige Einheit“ erscheinen – mit konsistenten Entitäten, Datenfeldern und Landingpages, die den Klick sauber konvertieren.
Produktsuche (E-Commerce)
Muster: Vergleichsbox oberhalb/seitlich von Shopping-Clustern, mehr Plattform-Links
Maßnahmen:Product-Markup mit gtin/brand/offers; Merchant-Center-Feed prüfen
Content-Upgrade: Specs/FAQ/Pros-Cons direkt auf Produkt-/Kategorie-Landingpages (modul-kompatibel)
Travel/Local (Dienstleistung/Standorte)
Muster: Externe OTAs/Verzeichnisse prominenter, Local-Module mit mehr Auswahl
UX-Upgrade: Standortseite mit klarer „Wahlhilfe“ (Öffnungszeiten, Leistungen, Termin/Anfrage)
Mini-Case (typisches DMA-Muster in Zahlen)
In SERPs mit Vergleichs-/Drittanbieter-Boxen sehen wir häufig: Impressions bleiben stabil oder steigen, während CTR zur Brand-Website sinkt, weil Nutzer zuerst in ein Vergleichsmodul klicken.
Wer hier gewinnt, optimiert nicht „nur“ Rankings – sondern Einbindung + Datenqualität + Landingpage-Konversion.
„DMA macht SERPs modularer. Wer Module versteht (und bedient), gewinnt Fläche – auch ohne perfekte Position.“
Quick-Check pro Segment:
(1) Welche Module erscheinen für deine Top-Queries? (2) Welche Drittanbieter dominieren diese Module? (3) Welche Datenfelder fehlen dir, um in diesen Modulen zu erscheinen? (4) Welche Landingpage ist das beste Ziel für „modulische Klicks“?
5) Schema & Feeds: Mindestanforderungen
DMA begünstigt nicht automatisch deine Website – er öffnet eher die SERP-Fläche für mehr Anbieter. Deshalb ist „Datenhygiene“ ein echter Wettbewerbsvorteil: Wer konsistente, valide und aktuelle Daten liefert, wird häufiger eingebunden.
Konsistenz: Preise/Bestände auf Website ↔ Feed ↔ Merchant Center
Datenfrische: Updates mindestens täglich – bei dynamischen Sortimenten deutlich häufiger
Policy-Compliance: Retouren/Versand transparent, keine irreführenden Angaben, saubere Bilder
Praxis: Validierung via Rich Results Test & Merchant Center Diagnose als wöchentlicher Fixpunkt einplanen. Wenn du DMA-ready sein willst, ist „Diagnosen = 0“ ein realistisches Hygiene-Ziel.
Wenn SERPs modularer werden, brauchst du ein Reporting, das die UI abbildet. Sonst interpretierst du CTR-Veränderungen falsch. Der wichtigste Schritt ist, Feature-Präsenz (welches Modul?) und Fold-Position (above/below) sauber zu dokumentieren.
Was du zusätzlich tracken solltest
Manuelle SERP-Screens (Top-Keywords) mit Modul-Tagging (Vergleich/Box/Local/Shopping)
Annotationen bei Layout-Tests & Feed-/Schema-Änderungen (damit du Ursache/Wirkung siehst)
CTR pro Snippet-/Modul-Typ (wenn Tooling es kann) + Post-Click KPIs (Engagement/Leads)
Quick Win: Für 30 Keywords pro Kernsegment wöchentlich SERP-Snapshots erfassen und Veränderungen gegen CTR/Impressions spiegeln. So wird DMA-Effekt „sichtbar“, statt nur gefühlt.
Mini-Framework: So erklärst du CTR-Schwankungen im Team
1) SERP-Layout geändert? (neues Modul / neues Label / neue Kachel)
2) Fold verschoben? (organische Links weiter unten)
Entscheidender Punkt: Viele Risiken sind „Data Ops“-Risiken, nicht „SEO-Text“-Risiken. DMA-ready heißt oft: Prozesse, Ownership und Datenqualität etablieren.
Prozess: Quartalsweises Feature-/Policy-Review als fester Standard (SERP ist nicht mehr statisch)
Definition „DMA-ready“ (intern)
Du bist DMA-ready, wenn (1) deine Daten/Feeds/Schemata stabil & valide sind, (2) dein Reporting Feature-Realität abbildet,
(3) du pro Segment eine klare Modul-Strategie hast (Shopping/Local/Comparison) – inkl. Ownership.
Hinweis: Ergänze dieses Grid intern mit Team-Favoriten (z. B. eigene GSC-Property, Merchant-Diagnose-Deep-Links, interne Dashboards).
FAQ zum DMA in Google
Ist Google Shopping „abgeschaltet“?
Nein. Eigene Module bleiben – aber DMA fördert sichtbareren Wettbewerb, mehr Drittanbieter-Integration und teils klarere Kennzeichnungen.
Wie komme ich in Vergleichs-/Drittanbieter-Boxen?
Über valide Feeds, konsistente Produktdaten (Preis/Verfügbarkeit/IDs), passende Schema-Daten, Policy-Compliance und stabile Landingpages. Ohne Datenhygiene wirst du selten dauerhaft eingebunden.
Warum schwankt meine CTR plötzlich, obwohl die Position stabil ist?
Weil neue Module Aufmerksamkeit abziehen (above-the-fold) oder die Klickpfade verschieben (erst Vergleichsportal, dann Brand). Tracke Feature-Impressions + Fold-Position und dokumentiere SERP-Layoutänderungen.
Reicht klassisches SEO noch aus?
Nicht alleine. Du brauchst zusätzlich Data-Distribution (Feeds), Schema-Pflege, Policy-Prozesse und Feature-Reporting. Ranking bleibt Basis – aber die Oberfläche entscheidet über Klicks.
Welche Daten sind für E-Commerce am wichtigsten?
Stabile Produkt-IDs, GTIN/Brand, konsistente Preise/Bestände, saubere Bilder, klare Versand-/Retoureninfos. Das ist die Grundlage, um in datengetriebenen Modulen zuverlässig aufzutauchen.
Welche Rolle spielt E-E-A-T beim DMA?
DMA ist Regulierung, E-E-A-T ist Qualitäts-/Trust-Logik. In modularen SERPs zählen Trust-Signale stärker: Organisation/Autor:innen sichtbar, konsistente Entitäten (sameAs), klare Verantwortlichkeit und transparente Informationen.
Muss ich jetzt überall auf Plattformen/Portalen vertreten sein?
Nicht pauschal. Aber du solltest verstehen, welche Drittanbieter in deinen SERPs dominieren. In manchen Branchen ist Plattform-Präsenz ein Reichweitenhebel – in anderen ist die Brand-Landingpage mit starken Daten/Schema der bessere Fokus.
Kann DMA auch positive SEO-Effekte bringen?
Ja, wenn du Datenqualität und Struktur gut im Griff hast. In modularen SERPs kann Einbindung in Vergleichs-/Drittanbieter-Module zusätzliche Sichtbarkeit bringen, selbst wenn du organisch nicht immer ganz oben rankst.
Wie oft sollte ich SERPs monitoren?
Mindestens wöchentlich für ein Set wichtiger Keywords/Cluster (z. B. 30 pro Segment). Bei stark umkämpften Vertikalen oder häufigen Feed-Änderungen eher 2× pro Woche.
Fazit & Handlungsimpuls
DMA öffnet SERPs – Feature-Präsenz wird KPI neben Positionen.
Datenqualität (Schema/Feeds) entscheidet über Modul-Einbindung und Stabilität.
90-Tage-Plan umsetzen: erst Hygiene (Data/Policy), dann Skalierung (Module/Tests).
Wenn du nur einen Schritt heute machst: Definiere ein Query-Set pro Segment, dokumentiere SERP-Module (Screens + Tagging) und gleiche das mit CTR/Impressions ab. Du bekommst in wenigen Wochen ein klares Bild, wo DMA deine Klickpfade verändert – und wo Daten-/Schema-Fixes direkt Sichtbarkeit in Modulen freischalten.
Autorin: Sophie
SEO-Strategin bei YellowFrog mit Fokus auf GEO, strukturierte Daten und Content-Architektur.
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